Verfasst von: ekirlu | Juli 6, 2009

Wie erhlich darf man sein?

Mit großer Begeisterung lese ich Jean-Pol’s Lebensgeschichte. Sie ist witzig und spannend geschrieben, ehrlich und schonungslos. Er selbst beschreibt es als Archäologie des Ichs.

Aber ich bin auch ein Stück „neidisch“ (habe keinen besseren Begriff). Wie gerne würde ich genauso schonungslos über meine Vergangenheit schreiben, erzählen, was mich zu der Ulrike gemacht hat die ich heute bin. Auch mit 26 Jahren kann man eine ganze Menge erlebt haben.

Dabei stehe ich aber vor dem Problem, dass ich noch nicht im Schuldienst bin. Jeder künftige Arbeitgeber und jeder Schüler und jeder Kollege würde dies im Vorfeld lesen können. Nicht, dass ich nicht zu dem stehe, wer ich bin oder wo ich her komme. Aber schmälert dies meine Einstellungschancen? Wie begegnen mir Menschen, die wissen in welchem Sandkasten ich gespielt habe und was ich so in meiner Pubertät getrieben habe?

Mir scheint, dass ich durch eine solche erhliche Selbstoffenbarung viel zu viel zu verlieren hätte…

Mir bleibt daher nur schon mal mit dem Schreiben anzufangen und es irgenswo zu bunkern bis ich pensioniert bin oder es in BlätterBuchform unter einem Pseudonym drucken zu lassen…


Antworten

  1. Die Biographie ist nur deshalb schonungslos, weil ich rückblickend zufrieden bin, mit dem, was ich geworden bin. Sonst würde ich gar nichts schreiben. Bei dir sind es natürlich andere Gründe, die dich zunächst zum Schweigen zwingen…

  2. Zufrieden bin ich auch mit dem was ich heute bin und was ich bisher erreicht habe. Dennoch bin ich mir bewusst, dass meine „Entwicklung“ keineswegs abgeschlossen ist. Ich bin sehr neugierig, was mir noch begegnen wird, wie sich meine Einstellungen und mein Leben noch verändern.
    Ich habe aber beschlossen mein Leben für mich zu dokumentieren.
    Schon für mich selbst wird es spannend sein in einigen Jahren zu lesen, was ich heute denke.

  3. Ich habe erst mit 16 damit angefangen. Schade!


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