Verfasst von: ekirlu | März 24, 2009

Oberflächlich

Mir ist schon oft vorgeworfen worden, ich sei oberflächlich. Das äußert sich darin, dass ich mir in Klassenarbeiten und Klausuren schon oft die Note vermasselt habe, einfach weil ich mir nicht die Zeit nehme die Arbeitsaufträge richitg zu lesen. Ich verschicke Emails und vergesse den Anhang (natürlich nur bei den wichtigen). Ich frankiere 200 Briefumschläge und merke nicht, dass einer falschherum liegt (bei einer Briefversandaktion, bei der es auf Genauigkeit ankommt). Die Briefmarken kleben nun auf der falschen Seite. Informationen, die ich besitze sind oft zum angeben geeignet, reichen aber selten in Tiefe. Mit Einzelheiten halte ich mich selten auf.

Mir reicht es oft das Wesentliche zu wissen. Schnell begreife ich Zusammenhänge, bilde mir ein zu wissen, worauf eine Situation, Frage, Aufgabenstellung hinausläuft. Oft begeistere ich Menschen damit, Zusammenhänge auf das Wesentliche zu reduzieren, ich bringe Dinge auf den Punkt.

Doch immer wieder gerate ich damit an Grenzen: Grenzen meiner Leistung (Noten nie besser als 2), Fragen, die in die Tiefe gehen kann ich oft nur unvollständig beantworten. Arbeitsaufträge muss ich oft doppelt bearbeiten, weil sich beim ersten Mal Flüchtigkeitsfehler einschleichen. Termine kann ich nicht immer einhalten, weil eine Kleinigkeit fehlt. Alles was ich anpacke erledige ich zu 85-95% und dann fehlt immer ein letztes Stück zu den 100%.

Ich frage Euch da draußen: Kennt Ihr diese Probleme? Wie begegnet Ihr diesen? Welche Tipps könnt Ihr mir geben? Mit welchen Mitteln schaffe ich es, mehr Tiefe in mein tägliches Leben zu bringen?

Viele Grüße Ulrike

(Nicht das hier ein falscher Eindruck entsteht: im Zwischenmenschlichen hat sich noch keiner beklagt. Es geht mir rein um die Arbeitsmoral)


Antworten

  1. Ich würde das nicht oberflächlich nennen, sondern „schusselig“. Also jemand vom Typ „zerstreuter Professor“. Was ich dagegen mache? Alles 3 – 4 mal nachsehen, sich versichern, dass alles aus ist, alle Aufgaben erledigt und abgehakt sind. Und wenn dann doch noch etwas nicht so ist, wie es sein sollte, es dabei belassen und über sich selbst lachen. Hat mir schon oft geholfen. :-)

    Ach übrigens: wenn meiner Tochter so etwas passiert, dann versuche ich ihr zu erklären, das sie manchmal etwas ruhiger an eine Angelegenheit herangehen sollte.

  2. Danke,…

    Die ich Idee ich sei ein zerstreuter Professer gefällt mir wesentlich besser, als die des oberflächlich seins.

    Langsam machen… Ruhiger werden… Vielleicht hilft mir da ja Baldiran ;-) Im Ernst: Ich glaube auch, dass da der Schlüssel liegt. Ich weiß nur nicht wie man das macht… Ich weiß nicht, wie man sich ruhiger macht… Werde das mal erforschen und vielleicht einfach weiter Yoga machen.

  3. Vielleicht liegt es auch ander hohen Meßlatte, die du dir selbst gesteckt hast. Es ist nicht schlimm, wenn mal 80% erreicht werden. Das sind immerhin 80%. viele wären glücklich mit 60%.
    Ich kann mir vorstellen, dass du oft 100% erreichst und die paar Male, bei denen es nicht 100% sind, dir wie ein Mahnmal vorschweben. Aber das sind verschwindend wenig Situationen, denke ich :)

    Deshalb auch unsere Erkenntnis: die besten Kräfte und Reserven werden frei unter Leid oder kurz vor der absoluten Überforderung. Und dann braucht es eben auch Ühasen, wo du dich erholst – in den Phasen sind es eben auch mal 80%. Es ist einfach nicht möglich 24/7 100% zu geben. Mir jedenfalls nicht, obwohl ich das auch immer gerne möchte.
    Und die Aussage „Alles, was ich anpacke…“ fine ich zu absolut. Nicht alles, sondern manches, was du anpackst… und vieles ist auch 100%. Freu dich darüber und halte dich nicht für oberflächlich, sonern eher für schusselig. Schließlich sind es Bereiche, in denen es nicht weh tut, wenn es nicht die 100% sind. So kannst du immerhin (unbewußt) kanalisieren, wann es drauf ankommt.

  4. Manchmal hilft auch folgendes: Das Ergebnis einfach mal liegen lassen, und in ein paar Stunden nochmal konzentriert anschauen. Am besten wirklich etwas Zeit vor dem Kontrollieren verstreichen lassen. Dann schaut man mit anderen Augen drauf…

  5. Ich habe im Zuge meiner Prüfungsvorbereitung Checklisten echt zu schätzen gelernt. Das war bis jetzt eigentlich nicht so mein Ding, aber grade bei einer großen Fülle an zu erledigenden Sachen (aufteilen wann ich was, wie lese/bearbeite) hat es echt geholfen. Ich weiß nun immer, was ich schon getan habe, was mir noch fehlt und bis wann es fertig sein muss. Wenn man den groben Plan mal auf Papier festhält, hat der Kopf Zeit sich auf die Details zu konzentrieren, damit man die kleinen Dinge nicht übersieht.


Einen Kommentar hinterlassen

Ihre Antwort:

Kategorien