Verfasst von: ekirlu | November 6, 2008

Maschendrahtmetapher oder Chain-Link-Metaphor

Aus unserem Seminar „Didaktik des Informatikunterrichts“ und der Diskussion über LdL in diesem Zusammenhang ist eine „große Sache“ geworden, die in vielen Blogs als „Flow“ aufgegriffen wurde. Flow beschreibt hier eine schnelle Verbreitung des Inhaltes und der Diskussion im Internet auf diversen Seiten. So ist aus einem normalen Seminar eine praxisnahe Veranstaltung geworden. Über den Weg des Web 2.0 sind Studenten, Schüler, Lehrer und Professoren in Kontakt getreten mit dem Ziel, wenn schon nicht die Welt, dann doch wenigstens den Unterricht zu verbessern.

Diese Dynamik ist möglich geworden, weil unser Dozent Christian Spannagel bereits sehr „vernetzt“ ist und sich als öffentlicher Wissenschaftler versteht. Er und viele andere, mich eingeschlossen, sind der Meinung, dass es in unserer Zeit die beste Möglichkeit ist sich das Web2.0 zu Nutze zu machen um Wissen zu verbreiten, Probleme anzugehen und in Diskussion mit anderen zu treten. Frei nach dem Motto: Nur gemeinsam sind wir stark, gehen wir hier davon aus, dass sich die einzelnen Akteure als Neuronen sehen und sich auch so verhalten.

Was sich auf diesem Wege erreichen lässt, sieht man an der Ausdehnung unseres Seminars.

Die Frage, die sich uns gestellt hat, ist folgende:

Lässt sich so etwas wiederholen? Haben auch andere Studenten, Lehrer und Dozenten die Möglichkeit so etwas auf die Beine zu stellen?

Antwort: JA!

Welchen Weg muss ich als Lehrer, Dozent,.. einschlagen, dass das möglich ist?

Antwort: Ich muss vernetzt sein, mir das Web 2.0 zu Nutze machen. Ich muss mich als Masche in einem Maschendraht verstehen.

Maschen in Maschendrahtzäunen haben folgende Eigenschaft:

  • Sie sind in vier Ecken in andere Maschen verwoben.
  • Aus vielen Maschen bildet sich ein Netz.
  • Wenn ich an einem Draht ziehe und loslasse, schwingt das ganze Netz.

Versteht sich jetzt der einzelne Akteur (Lehrer, Dozent,…) als Masche, muss er sich mit anderen Maschen zu einem großen Ganzen verweben. Die Verschlingungen in den Eckpunkten können der eigene Blog, ein Twitter- oder Xingprofil, aktive Teilnahme in einem Bildungsforum etc. sein. Gibt der Akteur Input (das Wissen, die Idee) über einen Draht aus, so überträgt sich der Inhalt über die verwobenen Eckpunkte an das ganze Netz.

Der große Vorteil ist, dass selbst wenn eine Verschlingung sich löst, die Information über andere trotzdem weiter getragen wird.

Dieses Konzept nenne ich:

Maschendrahtmetapher oder Chain-Link-Metaphor


Der grundlegende Unterschied zwischen der Neuronenmetapher und der Maschendrahtmetapher liegt im jeweiligen Wirkungskreis. Während die Neuronenmetapher die Art der Kommunikation, angelehnt am Aufbau des Gehirns, beschreibt, widmet sich die Maschendrahtmetapher der Art der Vernetzung des Individuums. Diese Vernetzung macht es dem Akteur möglich, schnell und energiesparend eine breite Öffentlichkeit aufmerksam zu machen, auf dem Laufenden zu halten und an sich zu binden.


Antworten

  1. [...] die Idee, die alle überzeugt hat: die Maschendrahtmetapher (oder chain-link-metaphor). In ihrem Weblog beschreibt sie die Metapher. Sie schreibt: Versteht sich jetzt der einzelne Akteur (Lehrer, [...]

  2. „Wenn ich an einem Draht ziehe und loslasse, schwingt das ganze Netz.“
    … ein schönes bild, das du hier zeichnest. man spürt soviel selbstwirksamkeit.
    lg,
    beatrice

  3. [...] Die Maschendrahtmetapher November 7, 2008 at 9:29 Uhr vormittags | In Didaktik, Informatik | Tags: Maschendrahtmetapher Ein sehr schönes Bild über Vernetzung von Dozenten /Lehrern etc. beschreibt Ulrike Kleinau in ihrem Blog. [...]

  4. Chapeau, eine grossartige Metapher!

  5. Das Bild beschreibt den systemischen Gedanken: Ich agiere an irgend einer Stelle (Masche) und das hat Auswirkungen auf das gesamte System (alle Maschen).
    Ich persönlich stehe absolut hinter dieser Metapher (systemisches Modell), bezogen auf die Aktivitäten im Internet können wir sehr deutlich erkennen, dass “es” wirkt.
    Manchmal wirken wir am ganz anderen Ende, um viele Maschen weiter etwas zu bewegen…
    Von daher ruhig mal an verschiedenen Punkten des Netzes ziehen… dann bewegt sich etwas ;-) )

  6. Gratulation, welch wunderbar plastisches Bild, das einen Ausblick auf weitreichende und auch unerwartete Konsequenzen meines möglichen Handelns ermöglicht.

  7. Danke für euren zahlreichen Kommentare. Ich freue mich, dass auch ich jetzt eine Masche in dem Netz bin und werde meine Verschlingungen weiter aufbauen. Daher Danke für jedes Pingback.

  8. [...] hierrüber schreibt Ulrike Kleinau, die ursprüngliche Erfinderin dieser Metapher, in ihrem Blog. Nur, wie vernetzt man sich? Einen Grundstein hierfür soll die Maschendraht-Community legen. Hier [...]

  9. [...] einigen Tagen bin ich in einem Netzwerk Mitglied, dass sich als  Bild der Vernetzung die Maschen in Maschendrahtzäunen gewählt hat. Von der aktiven Teilnahme in dem [...]

  10. [...] nutzen ihre Blogs für einen öffentlichen Diskurs, wie z.B. hier bei Ulrike Kleinau (zur “Maschendrahtmetapher“) oder Melanie Gottschalk (ebenfalls Gastgeberin der neu gegründeten Maschendraht-Community) [...]

  11. [...] und nutzen ihre Blogs für einen öffentlichen Diskurs, wie z.B. hier bei Ulrike Kleinau (zur “Maschendrahtmetapher“) oder Melanie Gottschalk (ebenfalls Gastgeberin der neu gegründeten Maschendraht-Community) mit [...]

  12. Sehr interessanter Gedanke. Ich unterrichte „fertige“ Informatiker (betriebliche Weiterbildung) und arbeite in der Praxis als Entwickler. Hier kann ich mir vorstllen, dass die Erfahrungen aus diesem Bereich auch wieder zurückfliessen können in Unterricht an Schule und Hochschule.

  13. @ Michael: Wir sind sehr dankbar für neue Anregungen und Eindrücke. Es wäre toll wenn Du Dich auf maschendraht.mixxt.de anmelden und mit uns diskutieren würdest. Gerade Praxisnähe wollen wir durch Input von der „Front“ erreichen.


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