(Fortsetzung der Sozialgesellschaft)
Das Thema “Senioren” beschäftigt unsere Gesellschaft – oder sollte es.
Die Lebensbedingungen in Deutschland sind in den letzten Jahrzehnten permanent besser geworden. Die Lebenserwartung aller Menschen in der BRD steigen. Das führt volkswirschaftlich gesehen zu neuen Problemen.
Es werden Leistungen wie Rente, Kranken- und Pflegeversicherungen stärker beansprucht. Die Kosten nehmen zu. Aber auch Senioren, die frisch aus dem Berufsleben ausgetreten sind, sollten eine Thema in der Gesellschaft werden. Sie sind ein großer und wichtiger Bestandteil unseres täglichen Lebens.
Behinderte Senioren
Als “neues” Thema werden behinderte Senioren die nächsten Generationen aus folgenden Gründen besonders beschäftigen:
- Behinderte wachsen, so es die Umstände zu lassen, zu hause auf und werden von ihren Eltern gepflegt.
- Werden Behinderte nun auf Grund der verbesserten Lebensumstände durchschnittlich älter, so sind auch deren Eltern immer länger und stärker beansprucht. Wenn nun die Eltern die Pflege nicht mehr schultern können, weil sie sterben oder selbst zum Pflegefall werden oder auch den Ansprüchen der Pflege nicht mehr gerecht werden, stellt sich die Frage was mit den Behinderten passiert.
Die neue Situation ist dann für die ganze Familie belastend. Doch was passiert dann mit einer Familie, wenn die Eltern oder das pflegende Elternteil selbst ins Alterheim muss? Bringt man beide in dem selben Pflegeheim unter? Sind Pflegeheime ausgerüstet um den behinderten Senior auch seinen Bedürfnissen entsprechend pflegen zu können? Kann man das Kind ohne weiteres von seinen Eltern trennen? Wie kann das Gefüge aufrecht erhalten werden? Wer bezahlt die Pflegekosten für den behinderten Senior? Er selbst hat nie in eine entsprechende Versicherung einbezahlt?
Senioren, die frisch aus dem Berufsleben ausgetreten sind,
haben in der Regel alle ihre Fertigkeiten und Fähigkeiten, ihr Wissen und ihre sozialen Fähigkeiten nicht mit der Pensionierung oder Berentung abgelegt. Die durchschnittliche Lebenserwartung steigt ständig an. Was nun? Sollen diese Menschen zuhause “in Ruhe” ihren Lebensabend “genießen”? Wie lange kann ein Senior dieses tun ohne unglücklich zu werden oder in seiner “Ruhe” zu vereinsamen? Fühlt es sich nicht an, wie auf dem Abstellgleis?
Wäre es nicht viel sinnvoller all diese Ressourcen in die Gesellschaft zu integrieren?
Es gibt verschiedene Projekte und Ideen Senioren in die Gesellschaft einzubinden. Nicht verpflichtend, sondern als Angebot. In der Hausaufgabenbetreuung. Im Technikunterricht. In der Weiterbildung. In der Pflege.
Rat und Tat sind wertvoll, die Lebenserfahrung dieser Menschen ist unbezahlbar.
Sinnvoll einbinden
Lebens- und Lernformen können nur davon profitieren, wenn wir uns dieser Problematik stellen. Dieser Artikel nimmt hier ganz bewusst nur zwei Extreme einer sehr komplexen Problematik auf. Worauf ich hinaus will ist dafür umso simpler.
Zum einen müssen wir uns alle auf eine simple und einfache Lösung der Alterfinanzierung einlassen: Alle Einkünfte – und ich meine alle (Zinsen, Lohn, 400 Euro Jobs, Gehalt, Rente, und zwar ohne Beitragsbemessungsgrenze) – müssen mit 10% besteuert werden um all die Kosten zu decken, die auf uns zu kommen um die Senioren in unserer Gesellschaft den Bedürfnissen entsprechend zu “versorgen”. Damit meine ich die Bezahlung der Renten und Pflegekosten und allem was dazu gehört.
Wir müssen Heime als Orte begreifen in denen Menschen leben, die alleine nicht mehr dazu in der Lage sind ihren Alltag selbst zu gestalten. Wir müssen diese Orte so strukturieren und gestalten, dass es für die Bewohner angenehm ist, dort zu leben. Dass ein Leben dort ein Leben ist. Wir müssen die Menschen, die dort arbeiten so bezahlen, dass es möglich ist von diesem Gehalt zu leben. Es muss eine rundum befriedigende Arbeitsatmosphäre entstehen. Aber dazu gehören eben die angeführten Dinge. Es muss leben im Alterheim und ein Leben durch den Job im Altersheim möglich sein!
Darüber hinaus fordere ich verpflichtend zu den Berufspraktika Sozialpraktika für alle weiterführenden Schularten, von denen viele dann auch im Altersheim stattfinden. Vorlesestunden von Schülern für Senioren, all solche Dinge, die ein Bewusstsein schaffen, für den Teil Menschen unserer Gesellschaft der über 67 Jahre alt ist.
Zum anderen sollten wir uns überlegen wo in unserem Alltag können uns Senioren unterstützen? Wo brauchen wir das fachliche Know-How?
- Im Unterricht als fachliche Begleitung und zur Erweiterung des Stoffangebots. Als Betreuung von Referaten und Hausarbeiten, als Berichterstatter aus der Berufswelt, als Rahmengeber für Projekte, als Begleiter für “Projektfirmen”,…
- In Firmen als Hilfestellung bei Betriebsratsfragen, als Hilfen bei der Umstrukturierung, als Lernbegleiter für Azubis,…
- An Unis und anderen Hochschulen als Korrespondent für Firmen und Betriebe, als Impulsgeber, als Angebotsgeber für Diskussionsrunden für politische, geisteswissenschaftliche und fachliche Inhalte,…
Wo brauchen wir das soziale Engagement?
- In Kindergärten als Vorleser und Entlastung, für künstlerische Zusatzangebote, zur Eingliederung von sog. “schwierigen” Kindern…
- In städtischen Einrichtungen bei der Umsetzung von Integrationsangeboten, zur fachlichen Erweiterung der Angebots, als Impulsgeber…
Natürlich kann ich nicht Senioren verpflichten, aber das Angebot sollte gemacht werden. Warum sollen wir auf wertvolle Unterstützung und auf den wertwollen Diskurs verzichten? Diese “Stellen” können ausgeschrieben werden, bei der Einstellung kann/muss es ausschlaggebend sein, wie alle Beteiligten im Team zusammenarbeiten können. Beziehungen entstehen, Wissen wird weitergegeben. Integration wird gelebt. Diese Menschen sind Teil unserer Gesellschaft. Sie haben die Gesellschaft aufgebaut in der wir heute leben, sie haben die Basis geschaffen auf der wir heute aufbauen. Holen wir sie ins Boot wenn es darum geht, die Gesellschaft weiterzuentwickeln. Senioren sind nicht wertvoller als junge Menschen und auch nicht weniger wert.
Aber sie müssten in der Sozialgesellschaft einen größeren Teil in unserem Bewusstsein einnehmen, als sie es heute tun.
Links zur Problematik der behinderten Senioren:
http://www.fotosearch.de/bold-stock/behinderte-senioren/UNW428/
http://www.bmfsfj.de/bmfsfj/generator/Publikationen/heimbericht/Anlagen/Anlage-16-ausgewaehlte-angaben-der-laender-zu-heimen-fuer-menschen-mit-behinderung/anlage-16-baden-wuerttemberg,did=83966,render=renderPrint.html
http://www.fnweb.de/ratgeber/demografie_im_wandel/20080918_srv0000003149589.html
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