Verfasst von: ekirlu | November 11, 2009

Gesellschaft im Wandel

oder: Sozialgesellschaft – die nächste Stufe

Hintrgrund

In der Schule habe ich gelernt: Erst gab es die Agragesellschaft, darauf folgte im die Industriegesellschaft und von den 1970ern an bis heute leben wir in einer Dienstleistungsgesellschaft.

Jede dieser Stufen hat entwicklungstechnisch gesehen ihre Berechtigung, da mit jedem Wandel eine Verbesserung der Lebensumstände einherging. Vor zehn Jahren in meinem Unterricht (ich weiß nicht ob das heute noch so gemacht wird) haben wir die Staaten der Erde auf Grund der jeweiligen Situation einer Stufe zugeteilt (natürlich nicht alle – aber für jede Stufe fanden wir einige Beispiele). Entscheidend war dabei auch, wie die Menschen sich in solchen Gesellschaftsformen organisieren. In der Agragesellschaft hat(te) die Familie und die Gemeinde einen hohen Stellenwert, die Menschen waren auf einander angewiesen und hatte nur im Kollektiv eine Chance zu (über-)leben. In der Industriegesellschaft wurden diese Bande und Verbindungen gelöst, da man für Jobs umgezogen ist, Gemeinden, religiös und staatlich, verloren langsam an Bedeutung. In der Dienstleistungsgesellschaft und dem Wertewandel durch die 68er ergab sich eine Situation in der es moralisch und gesellschaftlich möglich ist, sein Leben frei von familiären, religiösen und gemeinschaftlichen Zwängen zu leben. Jeder war und ist mehr denn je „seines Glückes Schmied“.

Neue Sicht auf die Dinge

Im letzten Jahr hat sich nun meine Sicht auf die Welt und die Menschen radikal verändert. Dank Christian Spannagel, Lutz Berger, Jean-Pol Martin (vor allem seiner Neuronenmetaoher) und vieler anderer habe ich angefangen in anderen Kategorien zu denken. Ich sehe den Menschen nicht mehr als den „Einzelkämpfer“. In Gruppen, Communities, vereint in Interessengemeinschaften ist der Mensch stärker als alleine.

Auch „neue Probleme“ in der Gesellschaft, denen sich die bisherigen Gesellschaftfomren nicht stellen mussten, haben mich in den letzten 12 Monaten zum nachdenken angeregt. Die oft dokumentierte Überalterung der Gesellschaft (durchschnittliche Lebenserwartung: Frauen, 82,4 Jahre in der BRD), erscheinen der Erkrankungen wie ADHS und Burnout, die sich immer weiter öffnende Schere zwischen arm und reich und nicht zuletzt Volker Pispers kritischer Blick auf unsere Gesellschaft (Bsp: Schule)haben mich zu einer folgender Überlegung veranlasst:

Es ist Zeit für die nächste Stufe:

Die Sozialgesellschaft

Ziel dieser neuen Gesellschaftsform soll es auch sein, die Lebensumstände zu verbessern – aber nicht um den finanziellen Wohlstand des Einzelnen zu mehren. Viel mehr werden sich Menschen zusammenfinden, die die gleichen Interessen haben – sie werden gemeinsam eine Basis schaffen auf der sie ihre Pläne und Lebensentwürfe umsetzenkönnen. Wir werden anfangen (müssen) Menschen die  im sozialen Sektor arbeiten besser zu bezahlen. Menschen müssen stärker und besser begleitet werden um sich in der Gesellschaft zurecht zu finden (sinnvolle Integration aller Menschen) – um in der Fülle der Möglichkeiten ihren Platz zu finden. Bildung in allen Bereichen des Lebens wird eine größere Rolle spielen. Denn nur gebildete Menschen, nur Menschen die wissen, was ihnen möglich ist, können ihre Zukunft sinnvoll und verantwortungsvoll mitgestalten.

Dieser Artikel stellt nur die Grundidee auf. In den folgenden Monaten werden Artikel folgen in denen ich einzelne Aspekte herausgreife und thematisiere.

Mag sein, dass ich ein Idealist bin oder meiner Zeit voraus oder dass ein anderer Mensch, das an anderer Stelle schon schöner und belegter beschrieben hat. Aber das ist in sehr kurzer Form Inhalt all meiner Gedanken und Wünsche. Verträumte Grüße

Ulrike

Verfasst von: ekirlu | Oktober 22, 2009

Blogs im Ethikunterricht

Ein neues Projekt steht in den Startlöchern. Im Tagespraktikum in Ethik werden wir (3 Studenten der PH LB) die Themeneinheit Judentum durchnehmen. Es stehen uns hierzu 5 Doppelstunden zur Verfügung. Ganz nach dem Vorbild von Kaya Presser möchten wir dazu einen Blog im Unterricht einsetzen.

Die Rahmendaten

3 Studenten

1 Lehrerin

11 Schüler

5 Doppelstunden Zeit

Pc-Pool mit 30 funktionierenden(!) Pcs

Beamerwagen mit Laptop, den wir mit ins Klassenzimmer mitnehmen können

Ablaufplan

Wir starten in der ersten Doppelstunde im PC-Pool mit einer Einführung in die Grundregeln für das Verhalten im Internet (Datenschutz, Urheberrecht und Nettiquette) und lassen die Schüler ein verbindliches Abkommen darüber unterschreiben. Dann folgt eine Webquest in der die Schüler in 4 Gruppen Fragen zu Themenbereichen beantworten und Blogartikel dazu verfassen. Die Themenbereiche sind: Riten und Feste, Normen und Werte, Entstehungsgeschichte und Alltag im Judentum.

In den Folgestunden werden wir im Klassenzimmer sein. Die Schüler werden am Anfang  jeweils 15 Minuten lang vortragen was sie an Informationen zusammengetragen haben. Wir Studenten vertiefen dann die das Thema durch weitere fachliche Inputs, Diskussionsrunden, Filme und Podcasts.

Die Filme, die wir zeigen möchten, haben wir auf Youtube, die Podcasts auf anderen Seiten gefunden und können sie dann in direkt in den Blog einbinden. Auch unsere Diskussionsimpulse und fachliche Vertiefung werden wir dort von Woche zu Woche bereitstellen.

In der letzten Doppelstunde mit dem Thema „Alltag“ ist eine Videokonferenz über Skype angedacht. Dazu habe ich bereits die jüdische Gemeinde in München kontaktiert. Wir warten noch auf Antwort sind aber zuversichtlich. So haben die Schüler die Möglichkeit noch Fragen zu stellen.

Schwierigkeiten

Leider bietet die Schule grundsätzlich keine Möglichkeit für Schüler in den Pausen an SchülerPCs zu arbeiten. Daher werden wir im Wechsel Dienstags in der 7. Stunde den Computerraum für die Schüler reservieren, so dass sie auch außerhalb der Unterrichtszeit den Blog lesen, füllen und kommentieren können. Zu dem haben alle Schüler privat Zugang zu einem PC mit Internetverbindung.

In zwei Wochen am 03.11.09 startet das Projekt.

Hier vorab schon einmal die Blogadresse: ethikklasse.wordpress.com

Bis dahin Ekirlu

Verfasst von: ekirlu | Oktober 21, 2009

Werbung in eigener Sache I

Es ist schon etwas länger her, dass ich über die Workshops an der u3gu berichtet habe.

Nun haben wir auch die „offizielle“ Berichterstattung abgeschlossen und das ganze Projekt befindet sich mit „Nachbauanleitung“ und didaktischem Werkzeug gut dokumentiert in einem Wiki.

Besonders stolz bin ich dabei auf die ersten Edu-Videos die Verena Zell und ich gemeinsam entwickelt und gedreht haben. Am sehenswertesten ist dabei wohl das Fazit:

Viel Spaß beim Ansehen.

Verfasst von: ekirlu | September 5, 2009

Die Flickstube

Die Flickstube liegt im 1. Stock des Jugendhaus. Die Flickstube ist keine „feste Einrichtung“ des Jugendhauses sondern ein Bereich, der immer für die verfluchten Ferien entsteht.

Die Ausstattung

Ein Raum, ein gr0ßer Gruppentisch, 8 Tische, drei Betreuer und jede Menge Ideen, die Groß und Klein begeistern, das ist die Grundausstattung der Flickstube. Die Angebote orientieren sich wie in jedem Bereich an dem jeweiligen Tagesthema und entsprechend werden Materialen aus dem Fundus des Jugendhauses benutzt und fehlende Dinge hinzugekauft.

Die Angebote

In der Flickstube wird viel mit Nadel und Faden und Stoff gearbeitet. So haben am Sirius Black Tag die Kinder Umhänge genäht und gestaltet. Die Kinder haben dabei viel Ausdauer und Geschick gezeigt – sie haben nicht nur einfache Umhänge genäht, sondern diese auch verziert und zum Teil sogar mit Kapuzen versehen.

Am Ali Baba Tag gab es die Möglichkeit morgens Duftsäckchen mit Lavendel herzustellen und nachmittags wurden im Zeichen des Orientalischen Sandbilder gestaltet. Für die Sandbilder gab es werschiedenes Tonpapier, auf das Tapentkleister aufgetragen wurde. Dieser wurde dann mit verschiedenem farbigem Sand bestreut. Sehr einfach in der Herstellung und im Materialaufwand, aber wunderschöne Ergebnisse. Die Bilder wurden auf einem Laken befestigt und dann bei der Abschlussparty der ersten Woche im Saal ausgestellt.

Ausblick auf kommende Angebote

folgt

Verfasst von: ekirlu | September 5, 2009

Die Werkstatt

Die Werkstatt befindet sich im Keller des Jugendhaus. Da das Jugendhaus an einem Hang liegt, ist die Werkstatt zu einer Seite hin auf Gartenniveau und hat eine Tür und zwei Fenster ins Freie.

Die Ausstattung

Die Ausstattung der Werkstatt ist einfach, aber vollständig. Sie verfügt großes Wergzeugsortiment mit diversen Raspeln, Feilen, Hämmern, Laubsägen, Metallsägen, Zugsägen, Schraubendreher, eine Werkbank mit Schraubstöcken und diverse andere Schraubstöcke. Darüber hinaus gibt es eine Standbohrmaschine und eine Metallschleifmaschine. Akkubohrschrauber, Pendelstichsäge und weitere Geräte sind vorhanden, werden aber nicht von den Kindern genutzt.

Materialien sind größten Teils Restbestände aus Holzspenden oder anderen Projekten. Dazu kommen jede Menge verschiedener Nägel und Schrauben, aber auch Leder, Stoffe und Farben stehen zur Verfügung.

Die Angebote

Die Angebote orientieren sich am jeweiligen Tagesthema. So wurden am Robin Hood Tag Steckenpferde, am Sirius Black Tag Zauberstäbe und Zauberer von den Kindern hergestellt.

Für die Zauberstäbe hatten wir viele Naturstöcke, die sich die Kinder auf die gewünschte Länge zurecht sägen konnten. Je nach Wunsch wurde die Rinde drangelassen oder abgezogen, Leder oder Stoff am unteren Ende als „Griff“ befestigt und dann entsprechend gestaltet. Dazu wurden Entweder Farben oder Stoffe benutzt. Einige haben auch Gräser oder „Rindenschnüre“ um ihre Zauberstäbe gewickelt.

Am Freitag, dem Ali Baba Tag, haben wir zwischen zwei Bäumen 12 Schnüre im Abstand von ca 10 cm zwischen zwei Bäumen gespannt. Diese sind das Grundgerüst für einen großen Natur“wand“teppich. Hier können die Kinder alles einweben, was ihnen gefällt. Äste, Gräser, Stöcke, Stoffstreifen, Wolle, Steine an Fäden. Da es um die Mittagszeit angefangen hat stark zu regnen, haben wir die Werkstatt geöffnet und die Kinder konnten bauen, worauf sie Lust hatten. Dabei entwickeln die Kinder sehr viele Ideen. Zwei Jungen haben Boote gebaut. Das Grundgerüst besteht aus einem Stück Holz, das an eine Zaunlatte erinnert. In der Mitte haben sie ein Loch gebohrt und ein Rundholz als Mast reingesteckt. Am Rand entlang haben sie in kurzen Abständen Nägel eingeschlagen und um diese mit Wolle eine Reeling „gewickelt“.

Ein Dauerbrenner bei den Kindern sind darüber hinaus Schwerte und Säbel in jeder Form. Diese werden meist aus Platten ausgesägt, die Ränder abgeschliffen und schon stürzen sich die Kinder zurück in den Kampf.

Ausblick auf die kommenden Angebote

Am Montag werden wir am Team Rocket Tag klassisch mit Laubsägen aus Holzplatten Figuren aussägen, die die Kinder selbst aufmalen und gestalten.

Am Daltons Tag werden wir Daltons aus Baumstämmen machen, die schräg abgesägt wurden.

Am Plankton Tag werden wir Käscher bauen…

Verfasst von: ekirlu | September 2, 2009

Verfluchte Ferien

Dies ist der Start einer Blogartikelreihe über die „verfluchten Ferien“. Im ersten Teil beschreibe ich das Setting, die folgenden Tage werde ich näher auf die einzelnen Bereiche eingehen.

Ein Ferienprogramm der besonderen Art im Jugendhaus in Marbach macht unter diesem Titel ein geniales Ferienprogramm für Kinder von 6-12 Jahren.

Rahmendaten

Immer in den letzten zwei Wochen der Sommerferien öffnet das Jugendhaus in Marbach seine Pforten von Montag bis Freitag von 10-17 Uhr. Die Kinder melden sich morgens für den jeweiligen Tag oder immer für 5 Tage an. Dabei wird ein Unkostenbeitrag von ca. 10 Euro je Tag und Kind fällig.

40 Betreuer kümmern sich in dieser Zeit um 100 – 140 Kinder.

Es gibt 10 Mitmachbereiche in denen die Kinder Angebote wahrnehmen können. Diese Angebote umfassen vom Hüttenbau über eine kleine Theatergruppe bis hinzu einer Nähstube alles, was das Kinderherz begehrt.

Den Tag über gibt es immer wieder Kleinigkeiten zu essen (Stockbrot, Melone), rund um die Uhr freie Getränke und um 13 Uhr für alle Mittagessen.

Tagesablauf

10.00 Uhr Anmeldung

10.15 Uhr gemeinsamer Start im Saal mit kleinem Theaterstück, dass in das Thema des jeweiligen Tages einführt

10.30 Uhr Beginn der freien Spielzeit

13.00 Uhr Mittagessen

13.45 Uhr fortsetzung der freien Spielzeit

16.45 Uhr Gemeinsamer Abschluss im Saal mit der Fortsetzung des Theaterstücks vom Morgen.

17.00 Uhr Ende

In der „freien Spielzeit“ gibt es immer wieder Sonderaktionen, wie bsp. ein Fußballturnier, eine Wasserschlacht oder der Besuch von 15 Kindern bei der Feuerwehr.


Der rote Faden

Durch das jeweilige Ferienprogramm führt von Jahr zu Jahr ein anderer zusammenhängender „roter Faden“. In diesem Jahr steht alles unter dem Motto die Räuber:

Schiller ist wieder auferstanden und möchte eine Fortsetzung der Räuber schreiben. Dazu sucht er unter den Schurken der Kinderunterhaltung (Literatur und Fernsehen) Vorbilder. An jedem Tag wird Schiller dazu ein neuer Schurke vorgestellt (Robin Hood, Sirius Black (aus Harry Potter), die Daltons, die Panzerknacker, Plankton (aus Spongebob), Team Rocket (aus Pokemon), Ronja Räubertochter, Donnerkarlson und Blom (aus Pipi Langstrumpf), Räuber Hotzenplotz und die 40 Räuber (aus Ali Baba)). Jeden Tag wird den Kindern in den Mitmachbereichen die Möglichkeit geboten rund um das Tagesthema Dinge anzufertigen, einzuüben und Informationen zu sammeln. In der Werkstatt werden z.B am Sirius Black Tag Zauberstäbe, am Plantkon Tag Käscher hergestellt. Dabei wird den Kindern in der Gestaltung weitest freie Handgelassen, Materialien sind verschiedenartige vorhanden.

Grundgedanke

„Kurzzeitpädagogik mit Langzeitwirkung“

Das Konzept, das hinter dem Programm steht, ist dass Kinder der Altersklasse 6-12 Erfahrungen machen, die

  • Selbstständigkeit und
  • Selbewusstsein fördern,
  • in den Raum ist für eigene Kreativität und
  • Selbstbestimmung in einem Rahmen, der schützt und nicht/wenig eingrenzt,
  • nachhaltig sind und
  • den Kindern auf lange Zeit als positiv in Erinnerung bleiben um
  • dauerhaft Einstellung und Verhalten der Kinder positiv zu prägen. (Teamfähigkeit, Kennen der eigenen Grenzen und Fähigkeiten, Selbstwert durch Wertschätzung des Einzelnen, uvm.)

Fortsetzung folgt …

Morgen: Beschreibung einzelner Angebote

Verfasst von: ekirlu | August 24, 2009

u3gu – eine persönliche Reflexion

Am dritten Workshoptag war XXX unter den Schülern. Er war in einer Gruppe, die sehr schnell fertig mit ihrer Aufgabe war, eine geeignete Flugstrecke zu finden. Ich nahm mir die Gruppe als Ganzes um mit ihnen vorab und außerplanmäßig ein Video hochzuladen, damit kein Leerlauf entsteht. Wir öffenten Youtube und überlegten die ersten Schritte. Ein Schüler meldete sich mit meinem Account an. Dann fragte ich die anderen, wer denn das erste Video hochladen möchte. Einer wollte unbedingt, XXX meinte er sei nicht gut solchen Dingen. „Dann müsstest gerade Du das machen!“ – meine Antwort. Er: „Nein, ich mag nicht. Ich halte nicht viel von Computern. Ich habe nicht mal ein Handy und die Nummern meiner Freunde kann ich auswendig. Mit meinem neuen PC gehe ich alle drei Wochen mal auf Ebay wenn ich etwas für mein Hobby – Modellbau -brauche.“ Ich: „Was möchtest Du denn später mal beruflich machen?“ Er: „Irgendetwas bei dem man den Computer nicht braucht.“ Ich dachte mir: ‘Ok, dann nicht.’ Er kam später in die Schreibgruppe und half erst einem anderem Schüler beim Schreiben in dem er diktierte und den Text auf Fehler korrigierte. Da er aber als einziger aus der Gruppe „Flugstrecke“ beim Schreiben war, musste er wohl oder übel doch an einen PC und selber einen Text verfassen und diesen auch eintippen.

Er entwickelte Spaß daran und sah das gesamte Wiki wachsen. Nach dem Abschluss, also nach dem er das „Gesamtwerk“ gesehen hatte, kam er auf mich zu. Er fragte: „Wie kann ich so ein Wiki anlegen?“ Ich zeigte es ihm. Er fragte weiter: „Ab welchem Alter kann ich mir einen Wikiversityaccount anlegen?“ Ich antwortete. Er fragte: „Und einen Youtubeaccount? Wie alt muss ich dafür sein?“ Auch darauf antwortete ich ihm und fragte zurück, warum er das auf einmal alles wissen wolle. Er sagte: „Ich baue Modelle. Diese würde ich gerne zeigen. Ich dachte mir, es gibt vielleicht noch andere, die auch darauf Lust haben. Dann füllt sich das Wiki mit der Zeit.“

Allein für diese Erfahrung hat sich dieser Workshop in Ulm für mich persönlich gelohnt. Ich habe mein Ziel erfüllt und bin sehr dankbar dafür.

Verfasst von: ekirlu | August 15, 2009

3 Generationen – eine echte Bereicherung

Wir haben, wie hier ausführlich beschrieben, einen Workshop im Rahmen der Ulmer-3-Generationen-Uni durchgeführt.

Dabei waren die Senioren für uns eine echte Bereicherung. Wir haben die Möglichkeit die Senioren vorab zu bilden nicht wahrgenommen. Unsere Idee war, wenn sie sich auskennen, können sie uns im inhaltlichen Teil unterstützen, wenn nicht, dann übernehmen sie mehr eine soziale Funktion.

Beides hat sehr gut funktioniert. Es waren Senioren dabei, die sich im Web 2.0 bereits sehr gut auskennnen und mit Rat und Tat für die Schüler da waren. Aber auch Senioren, die bisher wenig am Computer oder im Internet waren, waren dabei.

Entscheidend ist, dass die Senioren mit Begeisterung dabei waren. Sie hatten Spaß am Papierflieger basteln, waren interessiert daran, was wir im Internet erstellen und haben darauf geachtet, dass kein Schüler alleine zurück bleibt oder ausgeschlossen wird.

Das war für uns eine große Bereicherung, auch weil die Begeisterung der Senioren auf die Schüler übergegangen ist. Es entstand an allen drei Tagen ein Klima in dem wir gerne gearbeitet haben und in dem alle sowohl gelernt haben als auch Spaß hatten.

Wir mussten nich für Ruhe sorgen, kein Schüler hat sich in irgend einer Form daneben benommen.

In den einzelnen Gruppen waren immer ein zwei Kinder dabei, die mehr Aufmerksamkeit gebraucht haben, damit sie keinen Schabernack anstellen. Das konnten wir nur leisten, weil die Senioren dabei waren.

Daher vielen, vielen Dank an alle Senioren, die uns begleitet haben!

Verfasst von: ekirlu | August 14, 2009

Wikis, Papierflieger und drei Generationen

Im Seminar „Computereinsatz in der Schule“ an der PH haben wir Studenten Projekte an Schulen oder vergleichbaren Einrichtungen geplant und durchgeführt. Verena Zell, Rebecca Binder und ich haben in diesem Zusammenhang einen Workshop an der Uni Ulm für das Zawiw im Rahmen der Ulmer-3-Generationen-Uni vorbereitet und dreimal durchgeführt.

Die Rahmenbedingungen

Wir hatten:

  • drei Stunden Zeit um
  • 16 Schülern (5./6. Klasse) und 4 Senioren
  • das Web 2.0 mit seinen Möglichkeiten näherzubringen,
  • einen großen PC-Pool in dem auch
  • Gruppenarbeitstische standen,
  • einen Beamer,
  • Gastzugänge,
  • einen Student, der uns bei technischen Problemen unterstützt hat und
  • jede erdenkliche Freiheit.

Die Durchführung

Wir haben uns dann entschieden mit den Gruppen einen Papierfliegerwettstreit zu machen und diesen komplett in einem Wiki zu dokumentieren. Zuerst haben wir in einer kurzen Einführung die wichitgsten Grundregeln und Grundbegriffe geklärt und dann die Teilnehmer in 4 gleichgroße Gruppen (ein Senior und vier Schüler) eingeteilt. Jedes Gruppenmitglied bekam eine Spezialistenrolle zugeteilt (Fotograf, Videograf, 2 Texter). Drei dieser Gruppen hatten nun 30 Minuten Zeit einen Flieger zu basteln (Material: Papier, Schere, Uhu, Schnur, Schaschlikspieße), die vierte hatte die Aufgabe eine geeignete Flugstrecke zu finden und diese sinnvoll zu unterteilen (Material: Kreide). Den Entstehungsprozess sollten die Gruppen mit Fotos dokumentieren.

Flotter Feger

Flotter Feger

Dann wurde auf der Startbahn der Wettstreit ausgetragen. Hier bei wurden sowohl die Weite in Metern als auch die Flugzeit in Sekunden bewertet. Von einem Flugversuch sollten die Gruppen ein kurzes Video drehen. Dann haben wir die Gruppen nach Spezialisten aufgeteilt und die gemachten Fotos und Videos auf die Rechner gezogen. Die Texter haben das vorstrukurierte Wiki mit Informationen rund um den eigenen Flieger bzw. die Flugstrecke gefüllt, die Videografen haben die Kurzfilme bei youtube hoch geladen und im Wiki verlinkt und die Fotografen haben die besten Bilder ins Wiki eingepflegt. Dazu bekamen sie jeweils eine Einführung von uns.

Währendessen, fast schon nebenbei, haben wir die Gruppen über die Urheberrechts- und Datenschutzbedingungen informiert und darüber diskutiert. Jedes Spezialistenteam hat dann diese in Kurzform im Wiki zusammengetragen.

Zum Abschluss haben wir mit allen zusammen das Ergebnis über den Beamer angesehen, alles wichtige nochmal erwähnt und mächitg gelobt.

Feedback?

Was haltet ihr von dem Projekt? Welche Vorschläge zur Verbesserung habt ihr? Oder habt ihr Lob? Wir freuen uns!

Verfasst von: ekirlu | Juli 12, 2009

Von Seminaren und Flow

Letztes Semester hat mich das Seminar „Didatik des Imformatikunterrichts“ nicht einfach nur begeistert, viel mehr wurde ich angesteckt und bin bis heute nachhaltig an Web 2.0 und diversen Unterrichtsmethoden, die sich in diesem Zusammenhang einsetzen lassen, erkrankt. Ich kann mir nicht mehr vorstellen einfachen frontalen Unterricht als Allheilmittel einzusetzen. Es ist immer der Phasenwechsel, der Unterricht spannend macht. Ein weiteres Seminar, „Individualiserstes Lernen“ hat mich sensibel gemacht dafür, wie Unterricht an Schülern orientiert Spaß und Wissenserwerb für Schüler und Lehrer bringt.

Dann startete das Sommersemester ‘09 und damit das Seminar „Computereinsatz in der Schule„. Wochenlang habe ich mich darauf gefreut und war sehr sehr gespannt auf die Dinge die kommen mögen. Und dann war ich enttäuscht. Es kam nicht in Fahrt. Es lief nicht. Nichts funktionierte.

Heute weiß ich warum:

  • Informatik ist eine Hilfswissenschaft, die sich am Besten an Inhalten vermitteln lässt. Man sucht ein Thema und bereitet es auf. Dazu stehen einem verschiedene Wege zur Verfügung. Zum Beispiel der Weg über das Web 2.0. Bei der Planung unseres Workshops fehlte uns lange ein Inhalt, an dem wir das Web 2.0 mit Vorteilen und Tücken vermitteln können. Wir drehten uns im Kreis. Bei allen anderen Gruppen, so schien es, ging es voran und bei uns nicht.
  • Dadurch, dass die Teilnehmer des Seminars sehr schnell in kleine Gruppen aufgeteilt wurden (weil jede ein eigenes Projekt bearbeitet) fand kaum Austausch über die Seminarsitzungen hinaus statt. Ich fühlte mich ein Stück allein auf weiter Flur.

Jetzt läuft unser Projekt mit der U3GU endlich an. Wir planen als Großgruppe das Lernfestival, wir kommunizieren wieder. Ich bin auf Input angewiesen um Output geben zu können. Es läuft für mich jetzt richtig gut.

Als Fazit kann ich sagen:

Im Seminar „Computereinsatz in der Schule“ erlebe ich einen Flow. Ich habe Spaß am Arbeiten. Endlich!

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